Das Magazin für verständliche Gesundheit

asklepiad

Beschwerden einordnen

Ambrosia-Allergie im September: Symptome erkennen und richtig behandeln

Wenn Niesen, juckende Augen und eine laufende Nase im September plötzlich wieder beginnen, steckt nicht immer eine Erkältung dahinter. Häufig sind Pollen der Ambrosia die Ursache, besonders bei trockenem, windigem Wetter.

Ambrosia-Allergie im September: Symptome erkennen und richtig behandeln KI-generiert

Gut zu wissen

Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden, starken oder ungewöhnlichen Beschwerden lassen Sie sich ärztlich untersuchen.

Inhalt dieses Beitrags
  1. Warum Ambrosia im September Beschwerden verursacht
  2. Typische Symptome einer Ambrosia-Allergie
  3. Ambrosia-Allergie oder Erkältung?
  4. Was Sie im Alltag gegen Ambrosia-Pollen tun können
  5. Welche Medikamente helfen können
  6. Wann eine allergologische Abklärung sinnvoll ist

Es ist ein milder Septembermorgen, das Fenster stand über Nacht offen. Beim Frühstück juckt die Nase, die Augen tränen und kurz darauf folgen mehrere Niesanfälle. Viele Menschen denken dann zunächst an eine Erkältung. Treten die Beschwerden aber vor allem draußen, bei offenem Fenster oder an trockenen, windigen Tagen auf, kann eine Pollenallergie dahinterstecken. Im Spätsommer ist Ambrosia ein wichtiger Auslöser.

Warum Ambrosia im September Beschwerden verursacht

Ambrosia, auch Beifußblättriges Traubenkraut genannt, ist eine Pflanze mit besonders allergenen Pollen. Sie blüht je nach Region und Wetter meist vom Spätsommer bis in den Herbst hinein. Die Hauptbelastung liegt häufig im August und September. Bei mildem Wetter können Pollen teils bis zum ersten stärkeren Frost in der Luft sein.

Die Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika, ist aber inzwischen auch in Deutschland verbreitet. Sie wächst unter anderem an Straßenrändern, auf Brachflächen, Baustellen, in Gärten oder entlang von Bahnstrecken. Ihre Pollen können mit dem Wind über weitere Strecken transportiert werden. Deshalb können Beschwerden auch auftreten, wenn in der unmittelbaren Umgebung keine Ambrosia zu sehen ist.

Für Menschen mit einer entsprechenden Sensibilisierung reichen oft schon geringe Pollenmengen, um Symptome auszulösen. Besonders auffällig ist der späte Zeitpunkt im Jahr: Wer im Frühjahr auf Birke oder im Frühsommer auf Gräser reagiert, rechnet im September oft nicht mehr mit Heuschnupfen.

Typische Symptome einer Ambrosia-Allergie

Eine Ambrosia-Allergie zeigt sich meist an den Schleimhäuten von Nase, Augen und Atemwegen. Die Beschwerden können von Tag zu Tag schwanken, weil sie von Pollenflug, Wind, Regen und der Zeit im Freien abhängen.

Häufige Anzeichen sind:

  • wiederholte Niesanfälle
  • klare, wässrige laufende Nase
  • verstopfte Nase
  • Jucken in Nase, Rachen oder Gaumen
  • gerötete, juckende oder tränende Augen
  • Kratzen im Hals
  • Hustenreiz
  • Müdigkeit und Konzentrationsprobleme durch schlechten Schlaf

Bei manchen Menschen können auch Beschwerden der unteren Atemwege auftreten, etwa Husten, pfeifende Atmung, Engegefühl im Brustkorb oder Atemnot. Das sollte ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn Asthma bekannt ist oder die Beschwerden neu auftreten.

Allergische Beschwerden können die Augenoberfläche zusätzlich reizen. Was bei trockenen, brennenden oder tränenden Augen im Alltag helfen kann, lesen Sie auch in unserem Beitrag Trockene Augen am Bildschirm: Was wirklich hilft.

Ambrosia-Allergie oder Erkältung?

Eine Erkältung und eine Pollenallergie können sich ähneln. Verstopfte Nase, Schnupfen, Kratzen im Hals und Husten kommen bei beiden vor. Entscheidend ist daher nicht ein einzelnes Symptom, sondern das Gesamtbild.

Für eine Allergie spricht eher:

  • plötzlicher Beginn bei Pollenflug
  • starke Niesanfälle und Juckreiz
  • klares, dünnflüssiges Nasensekret
  • juckende, tränende oder gerötete Augen
  • Beschwerden, die draußen oder bei geöffneten Fenstern zunehmen
  • ähnliche Symptome zur gleichen Jahreszeit in mehreren Jahren
  • rasche Besserung an regnerischen Tagen oder in pollenärmeren Innenräumen

Für eine Erkältung spricht eher:

  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Hals- und Gliederschmerzen
  • Fieber, wobei es bei einfachen Erkältungen nicht zwingend vorkommt
  • zunächst kratziger Hals, später stärker verstopfte Nase
  • Beschwerden, die unabhängig von Wetter und Aufenthaltsort ähnlich bleiben
  • Kontakt zu erkälteten Menschen in den Tagen zuvor

Gelbliches oder grünliches Nasensekret allein beweist keine bakterielle Infektion. Auch im Verlauf einer gewöhnlichen Erkältung kann sich die Farbe des Schleims verändern. Eine sichere Unterscheidung ist bei Unsicherheit nicht immer möglich, denn eine Allergie und ein Infekt können auch gleichzeitig auftreten.

Mehr zu typischen Erkältungsbeschwerden finden Sie in unserem Beitrag Erkältung oder Grippe: Die Unterschiede. Wichtig ist zudem: Häufige Infekte bedeuten nicht automatisch, dass das Immunsystem „geschwächt“ ist. Welche Maßnahmen tatsächlich sinnvoll sind, ordnet der Beitrag Immunsystem stärken: Was wirklich hilft ein.

Was Sie im Alltag gegen Ambrosia-Pollen tun können

Pollen lassen sich nicht vollständig vermeiden. Einige Maßnahmen können die Belastung aber reduzieren, besonders an Tagen mit starkem Pollenflug.

  • Informieren Sie sich über die regionale Pollenbelastung und planen Sie längere Aufenthalte im Freien möglichst flexibel.
  • Halten Sie Fenster in Zeiten hoher Belastung eher geschlossen. Nach Regen ist die Luft oft vorübergehend pollenärmer.
  • Waschen Sie abends Haare oder spülen Sie sie zumindest aus, damit Pollen nicht auf das Kopfkissen gelangen.
  • Wechseln Sie Kleidung, die Sie draußen getragen haben, und lagern Sie sie möglichst nicht im Schlafzimmer.
  • Trocknen Sie Wäsche bei hoher Pollenbelastung nach Möglichkeit nicht im Freien.
  • Reinigen Sie Brille, Gesicht und Hände nach längeren Aufenthalten draußen.
  • Ein Pollenschutzgitter am Fenster kann die Menge einströmender Pollen verringern. Es ersetzt aber keine weiteren Maßnahmen.
  • Beim Autofahren kann ein sauberer Pollenfilter helfen. Lassen Sie ihn entsprechend den Herstellerangaben warten.

Wenn Sie Ambrosia im eigenen Garten vermuten, vermeiden Sie unnötigen direkten Kontakt mit der blühenden Pflanze. Sinnvoll ist es, sie vor der Blüte mit Handschuhen zu entfernen und anschließend sicher zu entsorgen. Bei ausgeprägter Allergie oder Unsicherheit kann es besser sein, diese Aufgabe abzugeben. Regionale Fundmeldungen werden teils von Kommunen oder Landesbehörden entgegengenommen.

Welche Medikamente helfen können

Bei allergischem Schnupfen stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Welche Behandlung passt, hängt davon ab, ob vor allem Nase, Augen oder auch die Atemwege betroffen sind und wie stark die Beschwerden den Alltag beeinträchtigen.

Antihistaminika können Juckreiz, Niesreiz, laufende Nase und Augenbeschwerden lindern. Es gibt sie beispielsweise als Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen. Einige Präparate können müde machen. Gerade vor dem Autofahren, bei Maschinenarbeit oder zusammen mit Alkohol ist es wichtig, die Packungsbeilage zu beachten und sich bei Bedarf in der Apotheke oder ärztlich beraten zu lassen.

Kortisonhaltige Nasensprays, medizinisch genauer intranasale Kortikosteroide, gelten bei stärkerem allergischem Schnupfen als besonders wirksam. Sie können unter anderem eine verstopfte Nase, Niesen und Fließschnupfen bessern. Die Wirkung baut sich nicht immer sofort auf. Deshalb ist eine regelmäßige Anwendung während der belastenden Zeit häufig sinnvoller als ein nur gelegentlicher Einsatz. Lassen Sie sich zur richtigen Anwendung beraten, denn die Sprührichtung und Pflege des Sprays beeinflussen die Verträglichkeit.

Für juckende und tränende Augen kommen antiallergische Augentropfen infrage. Künstliche Tränen können Pollen zudem mechanisch aus dem Auge spülen und die gereizte Oberfläche befeuchten.

Abschwellende Nasensprays können eine stark verstopfte Nase kurzfristig öffnen. Sie sind jedoch nicht zur längerfristigen Selbstbehandlung gedacht, weil sich die Nasenschleimhaut an sie gewöhnen kann. Nutzen Sie sie nur gemäß Packungsbeilage und holen Sie bei anhaltender Verstopfung Rat in Apotheke oder Praxis ein.

Eine Nasendusche mit isotoner Salzlösung kann manchen Menschen helfen, Pollen und Sekret aus der Nase zu entfernen. Verwenden Sie dafür hygienisch einwandfreies Wasser und reinigen Sie das Gefäß sorgfältig. Bei wiederkehrenden Nasennebenhöhlenproblemen, Ohrbeschwerden oder nach Eingriffen im Nasenbereich sollten Sie vorher ärztlich nachfragen.

Wann eine allergologische Abklärung sinnvoll ist

Wenn Beschwerden jedes Jahr im Spätsommer wiederkehren, Ihre Schlafqualität beeinträchtigen oder trotz geeigneter Maßnahmen deutlich bleiben, lohnt sich eine ärztliche Abklärung. Hausarztpraxis, HNO-Heilkunde, Dermatologie oder Allergologie können Symptome, zeitlichen Verlauf und mögliche Auslöser einordnen. Hauttests und Blutuntersuchungen können dabei helfen, eine Sensibilisierung zu prüfen. Entscheidend ist immer, ob Testergebnis und Beschwerden zusammenpassen.

Bei bestätigter, klinisch relevanter Allergie und anhaltend starken Beschwerden kann eine spezifische Immuntherapie erwogen werden. Dabei soll das Immunsystem über längere Zeit schrittweise an das Allergen gewöhnt werden. Ob sie infrage kommt, wird individuell fachärztlich entschieden und rechtzeitig vor einer kommenden Pollensaison geplant.

Suchen Sie zeitnah ärztliche Hilfe, wenn Atemnot, pfeifende Atmung, Engegefühl in der Brust, Kreislaufprobleme oder eine ausgeprägte Schwellung im Gesicht auftreten. Auch bei hohem Fieber, starken Schmerzen oder Beschwerden, die sich deutlich verschlechtern, sollte nicht allein von einer Allergie ausgegangen werden.

Ambrosia kann den September für Allergikerinnen und Allergiker spürbar belasten. Mit einem Blick auf den Pollenflug, einfachen Schutzmaßnahmen und einer passenden Behandlung lassen sich die Beschwerden jedoch häufig gut kontrollieren.

Ambrosia-AllergieHeuschnupfenPollenallergieErkältungAllergische Rhinitis

Weiterlesen


Mehr aus Beschwerden einordnen Alle Beiträge