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RSV-Impfung für ältere Erwachsene: Für wen sie empfohlen wird und wann sie sinnvoll ist

RSV kann bei älteren Menschen die unteren Atemwege belasten und schwere Verläufe begünstigen. Hier lesen Sie, für wen die STIKO die Impfung empfiehlt und wie Sie sie gut vor der Wintersaison planen.

RSV-Impfung für ältere Erwachsene: Für wen sie empfohlen wird und wann sie sinnvoll ist KI-generiert

Gut zu wissen

Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden, starken oder ungewöhnlichen Beschwerden lassen Sie sich ärztlich untersuchen.

Inhalt dieses Beitrags
  1. Was ist RSV und warum betrifft es ältere Erwachsene?
  2. Für wen wird die RSV-Impfung empfohlen?
  3. Wann ist der beste Zeitpunkt?
  4. Kann die RSV-Impfung zusammen mit Grippe- oder COVID-19-Impfungen erfolgen?
  5. Was die Impfung leisten kann und was nicht
  6. So bereiten Sie den Impftermin vor

Anfang Oktober füllen sich viele Praxen mit Menschen, die ihre Grippeimpfung planen. Für einige kommt inzwischen eine weitere Frage hinzu: Ist auch eine RSV-Impfung sinnvoll? Die kurze Antwort lautet: Für alle Menschen ab 75 Jahren wird sie empfohlen. Ab 60 Jahren richtet sich die Empfehlung vor allem an Personen mit bestimmten gesundheitlichen Risiken oder an Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen.

Was ist RSV und warum betrifft es ältere Erwachsene?

RSV steht für Respiratorisches Synzytialvirus. Es verbreitet sich vor allem in der kühlen Jahreszeit und kann Beschwerden auslösen, die zunächst einer Erkältung ähneln: Schnupfen, Husten, Halskratzen, Fieber und Abgeschlagenheit. Bei manchen Menschen kann die Infektion jedoch die unteren Atemwege betreffen, etwa mit einer Bronchitis oder Lungenentzündung.

Besonders bei Säuglingen ist RSV seit Langem als mögliche Ursache schwerer Atemwegserkrankungen bekannt. Doch auch im höheren Alter steigt das Risiko für einen schweren Verlauf. Gründe sind unter anderem Veränderungen des Immunsystems im Alter sowie häufiger bestehende Herz-, Lungen- oder andere chronische Erkrankungen.

RSV, Influenza und COVID-19 können ähnliche Beschwerden verursachen. An Symptomen allein lässt sich deshalb oft nicht zuverlässig erkennen, welcher Erreger dahintersteckt. Wie sich Erkältung und Influenza typischerweise unterscheiden, lesen Sie auch in unserem Beitrag Erkältung oder Grippe: Die Unterschiede.

Für wen wird die RSV-Impfung empfohlen?

Die Ständige Impfkommission, kurz STIKO, empfiehlt die RSV-Impfung als Standardimpfung für alle Menschen ab 75 Jahren. Sie soll unabhängig davon erfolgen, ob Vorerkrankungen bekannt sind.

Für Menschen zwischen 60 und 74 Jahren gilt eine Indikationsimpfung. Sie wird empfohlen, wenn ein erhöhtes Risiko für eine schwere RSV-Erkrankung besteht. Das betrifft insbesondere:

  • Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems oder der Nieren
  • Menschen mit bestimmten Erkrankungen des Immunsystems oder einer Behandlung, die die Immunabwehr deutlich schwächt
  • Menschen mit schweren Stoffwechselerkrankungen, etwa Diabetes mit Folgeschäden
  • Menschen mit Krebserkrankungen, abhängig von Erkrankung und Behandlung
  • Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen

Entscheidend ist nicht allein der Name einer Diagnose, sondern das individuelle Risiko. Wer beispielsweise einen gut eingestellten Bluthochdruck ohne weitere Erkrankungen hat, gehört nicht automatisch zur Risikogruppe. Bei mehreren Erkrankungen, eingeschränkter Lungenfunktion, Gebrechlichkeit oder einer bevorstehenden immunsuppressiven Behandlung kann die Einschätzung anders ausfallen. Grundlagen zur Einordnung von Blutdruckwerten finden Sie in unserem Beitrag Bluthochdruck: Werte richtig einordnen.

Alter und SituationEmpfehlung zur RSV-Impfung
Ab 75 JahrenStandardimpfung, auch ohne bekannte Vorerkrankung
60 bis 74 Jahre mit schwerer chronischer ErkrankungImpfung empfohlen, wenn ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf besteht
Ab 60 Jahren in einer PflegeeinrichtungImpfung empfohlen
60 bis 74 Jahre ohne erhöhtes RisikoKeine allgemeine STIKO-Empfehlung

Die Empfehlungen können sich mit neuen Daten verändern. Maßgeblich ist die aktuelle Einschätzung der STIKO am Robert Koch-Institut. In der Praxis berät Ihre Hausarztpraxis oder die behandelnde Facharztpraxis dazu, ob bei Ihnen eine Indikation vorliegt.

Wann ist der beste Zeitpunkt?

RSV tritt in Deutschland meist in den Herbst- und Wintermonaten verstärkt auf. Daher ist ein Impftermin im Spätsommer oder Herbst praktisch. So bleibt genug Zeit, damit der Körper eine Immunantwort aufbauen kann, bevor die RSV-Welle Fahrt aufnimmt.

Wer den idealen Zeitraum verpasst hat, muss nicht bis zum nächsten Jahr warten. Auch während der Saison kann eine Impfung noch sinnvoll sein, sofern Sie zur empfohlenen Gruppe gehören und aktuell nicht ernsthaft erkrankt sind. Die Praxis kann dabei berücksichtigen, wie die RSV-Saison regional verläuft und welche anderen Impfungen bei Ihnen anstehen.

Die RSV-Impfung ist nach aktuellem Stand keine jährlich fest eingeplante Routineimpfung wie die Grippeimpfung. Für die von der STIKO empfohlenen Gruppen wird derzeit eine einzelne Dosis empfohlen. Ob und in welchen Abständen künftig Auffrischungen nötig sein werden, hängt von weiteren Daten zur Schutzdauer ab.

Kann die RSV-Impfung zusammen mit Grippe- oder COVID-19-Impfungen erfolgen?

Viele Menschen möchten im Herbst nicht mehrere Termine vereinbaren. Grundsätzlich kann die RSV-Impfung zeitgleich mit einer Grippeimpfung gegeben werden. Die Impfungen werden dabei an unterschiedlichen Körperstellen verabreicht, üblicherweise an verschiedenen Oberarmen.

Auch eine zeitgleiche COVID-19-Impfung kann in Betracht kommen. Ein zwingender Mindestabstand zwischen diesen Impfungen ist in der Regel nicht erforderlich. Allerdings ist es sinnvoll, die konkrete Kombination mit der impfenden Praxis zu besprechen. Denn je nach Impfstoff, gesundheitlicher Situation und bisherigen Impfreaktionen kann ein getrennter Termin angenehmer oder organisatorisch sinnvoller sein.

Bei mehreren Impfungen am selben Tag können vorübergehende Reaktionen etwas häufiger oder stärker wahrgenommen werden. Dazu zählen Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf- oder Gliederschmerzen sowie gelegentlich Fieber. Diese Beschwerden klingen meist nach kurzer Zeit ab.

SituationPraktischer Hinweis
RSV- und Grippeimpfung geplantKann meist beim selben Termin erfolgen, mit Injektionen an getrennten Stellen
Zusätzlich COVID-19-Impfung geplantKombination ist möglich, sollte aber individuell mit der Praxis abgestimmt werden
Frühere ausgeprägte ImpfreaktionVorab ansprechen und gegebenenfalls Termine entzerren
Akute fieberhafte ErkrankungTermin meist verschieben und ärztlich abklären

Was die Impfung leisten kann und was nicht

Die RSV-Impfung soll vor schweren RSV-Erkrankungen schützen, insbesondere vor Erkrankungen der unteren Atemwege und Krankenhausbehandlungen. Sie kann nicht garantieren, dass Sie sich nicht mit RSV infizieren oder milde Beschwerden bekommen.

Wie bei anderen Impfungen ergänzen einfache Schutzmaßnahmen den Impfschutz. Dazu gehören Händewaschen, regelmäßiges Lüften und Rücksicht bei akuten Atemwegssymptomen. Wer selbst krank ist, sollte enge Kontakte zu besonders gefährdeten Menschen möglichst vermeiden.

Eine Impfung ersetzt außerdem nicht die empfohlenen Impfungen gegen Influenza, COVID-19 oder Pneumokokken. Welche Impfungen im Erwachsenenalter sinnvoll sind, hängt von Alter, Vorerkrankungen, Beruf und Lebenssituation ab. Einen Überblick bietet unser Beitrag Impfungen für Erwachsene: Was ist nötig?.

So bereiten Sie den Impftermin vor

Ein kurzer Blick in den Impfpass und eine gute Vorbereitung helfen, die Beratung effizient zu nutzen:

  • Prüfen Sie Ihr Alter und ob Sie zu einer der empfohlenen Gruppen gehören.
  • Notieren Sie chronische Erkrankungen, regelmäßige Medikamente und frühere starke Impfreaktionen.
  • Nehmen Sie Ihren Impfpass zum Termin mit.
  • Fragen Sie, ob eine Grippe- oder COVID-19-Impfung im selben Termin sinnvoll ist.
  • Verschieben Sie den Termin bei einer akuten, deutlich fieberhaften Erkrankung und holen Sie ärztlichen Rat ein.

Nach der Impfung ist körperliche Schonung nicht zwingend nötig. Es kann dennoch angenehm sein, für den Rest des Tages keine besonders anstrengenden Aktivitäten einzuplanen. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden nach einer Impfung sollten Sie sich an die impfende Praxis wenden. Bei akuter Atemnot, Brustschmerzen, deutlicher Verwirrtheit oder einer raschen Verschlechterung des Allgemeinzustands ist zeitnah medizinische Hilfe wichtig.

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