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Grippe- und Coronaimpfung gleichzeitig: Geht das und für wen ist es sinnvoll?

Wenn im Herbst die Impftermine geplant werden, lässt sich die Grippe- und Coronaimpfung häufig in einem Besuch erledigen. Entscheidend sind die persönliche Risikosituation, der richtige Zeitpunkt und ein realistischer Blick auf mögliche Impfreaktionen.

Grippe- und Coronaimpfung gleichzeitig: Geht das und für wen ist es sinnvoll? KI-generiert

Gut zu wissen

Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden, starken oder ungewöhnlichen Beschwerden lassen Sie sich ärztlich untersuchen.

Inhalt dieses Beitrags
  1. Können Grippe- und Coronaimpfung gleichzeitig gegeben werden?
  2. Für wen ist die Kombination besonders sinnvoll?
  3. Wann ist der beste Zeitpunkt im Herbst?
  4. Welche Nebenwirkungen können auftreten?
  5. Belastet die Doppelimpfung das Immunsystem?
  6. Was Sie vor dem Termin klären können
  7. Fazit: Ein Termin kann sinnvoll und ausreichend sein

Im Wartezimmer der Hausarztpraxis liegt im Herbst oft derselbe Aufklärungsbogen zweimal auf dem Tisch: einer zur Grippeimpfung, einer zur Coronaimpfung. Viele Menschen fragen sich dann, ob beide Impfungen wirklich am selben Tag möglich sind oder ob der Körper dadurch unnötig belastet wird. Die kurze Antwort lautet: Für viele Personen ist eine gleichzeitige Impfung möglich. Sinnvoll ist sie vor allem dann, wenn für beide Impfungen eine Empfehlung besteht und ein einzelner Termin die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der Impfschutz rechtzeitig aufgebaut wird.

Können Grippe- und Coronaimpfung gleichzeitig gegeben werden?

Ja. Die Ständige Impfkommission, kurz STIKO, hält es grundsätzlich für möglich, Influenza- und COVID-19-Impfstoffe gleichzeitig zu verabreichen. Üblicherweise erfolgt das in unterschiedliche Oberarme. Die Impfstoffe beeinflussen sich nach heutigem Kenntnisstand nicht so, dass dadurch ein Abstand zwischen den Terminen erforderlich wäre.

Die gleichzeitige Gabe hat einen praktischen Vorteil: Sie spart einen zusätzlichen Termin. Gerade im Herbst, wenn Arztpraxen stark ausgelastet sind und Atemwegsinfektionen zunehmen, kann das die Umsetzung der empfohlenen Impfungen erleichtern.

Wer beide Impfungen am gleichen Tag bekommt, sollte allerdings damit rechnen, Impfreaktionen etwas deutlicher wahrzunehmen. Das bedeutet nicht, dass die Kombination gefährlich ist. Müdigkeit, Kopf- oder Gliederschmerzen, leichtes Fieber sowie Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle sind mögliche vorübergehende Reaktionen. Sie zeigen, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert, erlauben aber keine Aussage darüber, wie gut der spätere Schutz ausfällt.

Für wen ist die Kombination besonders sinnvoll?

Ob eine gleichzeitige Impfung sinnvoll ist, hängt nicht allein vom Alter ab. Entscheidend sind vor allem das persönliche Risiko für schwere Verläufe, Vorerkrankungen, die berufliche Exposition und das Umfeld.

Die Grippeimpfung wird insbesondere folgenden Gruppen empfohlen:

  • Menschen ab 60 Jahren
  • Schwangeren, in der Regel ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel
  • Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen, etwa der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems, der Stoffwechselorgane oder des Immunsystems
  • Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen
  • Personen mit erhöhtem beruflichem Kontakt zu vielen Menschen oder zu besonders gefährdeten Personen
  • Menschen, die enge Kontakte mit vulnerablen Personen haben

Auch die jährliche Coronaauffrischung richtet sich vor allem an Menschen mit erhöhtem Risiko. Dazu zählen in der Regel Personen ab 60 Jahren, Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Beschäftigte in medizinischen und pflegerischen Bereichen. Welche Gruppen aktuell empfohlen werden und welcher Impfstoff eingesetzt wird, kann sich mit neuen Virusvarianten und aktualisierten Impfstoffen ändern. Die Arztpraxis oder Apotheke kann die individuelle Situation einordnen.

Für gesunde jüngere Erwachsene ohne besondere Risiken besteht nicht automatisch eine allgemeine Empfehlung für beide Auffrischimpfungen. Das bedeutet nicht, dass eine Impfung grundsätzlich ausgeschlossen ist. Eine persönliche Beratung kann klären, ob beispielsweise berufliche Kontakte, Reisen, Angehörige mit hohem Risiko oder bisherige Impfungen eine Rolle spielen.

Einen Überblick über weitere wichtige Auffrischungen bietet unser Beitrag Impfungen für Erwachsene: Was ist nötig?.

Wann ist der beste Zeitpunkt im Herbst?

Für die Grippeimpfung gilt der Herbst als günstiger Zeitraum, häufig werden Oktober und November genannt. Der Körper benötigt nach der Impfung etwas Zeit, um einen wirksamen Schutz aufzubauen. Auch eine spätere Impfung kann noch sinnvoll sein, weil Grippewellen oft erst im Winter ihren Höhepunkt erreichen.

Die Coronaauffrischung wird für die empfohlenen Zielgruppen ebenfalls meist im Herbst geplant. Dabei spielt der Abstand zur letzten Impfung oder zu einer durchgemachten Coronaerkrankung eine Rolle. Häufig wird ein Mindestabstand von zwölf Monaten zum letzten sogenannten Antigenkontakt angestrebt. Darunter fallen sowohl eine Impfung als auch eine Infektion. Bei besonderen Risiken kann die ärztliche Empfehlung davon abweichen.

Eine gemeinsame Planung ist deshalb besonders einfach, wenn beide Impfungen im Herbst ohnehin anstehen. Wer etwa im Spätsommer eine Coronainfektion hatte, sollte den Zeitpunkt der Coronaauffrischung individuell in der Praxis besprechen. Die Grippeimpfung kann trotzdem zum üblichen Herbsttermin passend sein.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die meisten Impfreaktionen sind mild und klingen innerhalb weniger Tage ab. Bei einer gleichzeitigen Impfung können Beschwerden an beiden Armen auftreten. Planen Sie den Termin daher möglichst nicht unmittelbar vor einem sportlich oder beruflich besonders anstrengenden Tag.

Mögliche ReaktionWas meist hilft
Schmerzen oder Druckgefühl am OberarmArm schonen, aber normal bewegen
Müdigkeit, Kopf- oder GliederschmerzenRuhe, ausreichend trinken, körperliche Belastung anpassen
Leicht erhöhte Temperatur oder FröstelnBeobachten, ausruhen, bei Bedarf ärztlichen Rat einholen
Rötung oder Schwellung an der EinstichstelleVerlauf beobachten, bei deutlicher Zunahme abklären lassen

Starke allergische Reaktionen sind selten. Deshalb bleibt man nach einer Impfung üblicherweise noch kurz in der Praxis oder Apotheke. Suchen Sie rasch medizinische Hilfe, wenn Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Hals, Kreislaufprobleme, eine ausgeprägte Nesselsucht oder andere plötzlich starke Beschwerden auftreten.

Eine laufende schwere, fieberhafte Erkrankung kann ein Grund sein, den Termin zu verschieben. Bei einem leichten Infekt ohne deutliches Krankheitsgefühl ist eine Impfung dagegen oft möglich. Die Entscheidung sollte die impfende Praxis treffen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Grippeimpfung trotz Erkältung: Wann kann ich mich impfen lassen?.

Belastet die Doppelimpfung das Immunsystem?

Die Sorge ist verständlich, lässt sich aber fachlich einordnen: Das Immunsystem setzt sich täglich mit einer Vielzahl von Umweltreizen und Erregern auseinander. Zwei Impfstoffe an einem Termin sind keine Überforderung des Immunsystems. Impfungen trainieren gezielt die Immunabwehr, ohne die Erkrankung selbst auslösen zu müssen.

Wichtig ist dennoch, die persönliche Belastbarkeit ernst zu nehmen. Wenn Sie nach Impfungen schon einmal ausgeprägte, länger anhaltende Reaktionen hatten oder wenn Sie eine Immunschwäche, schwere Allergien oder komplexe Vorerkrankungen haben, sprechen Sie den Termin vorher an. Dann kann es sinnvoll sein, Impfungen getrennt zu planen oder besondere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Auch für ältere Erwachsene kann ein abgestimmter Impftermin sinnvoll sein. Je nach Alter und gesundheitlicher Situation kommen im Herbst weitere Impfungen infrage, beispielsweise gegen RSV. Unser Beitrag RSV-Impfung für ältere Erwachsene: Für wen sie empfohlen wird und wann sie sinnvoll ist ordnet das Thema ein.

Was Sie vor dem Termin klären können

Diese kurze Checkliste hilft bei der Vorbereitung:

  • Prüfen Sie Ihren Impfpass oder digitale Impfnachweise.
  • Notieren Sie, wann Ihre letzte Coronaimpfung oder Coronaerkrankung war.
  • Teilen Sie der Praxis relevante Vorerkrankungen, Allergien und frühere Impfreaktionen mit.
  • Fragen Sie nach, ob für Sie beide Impfungen empfohlen sind.
  • Planen Sie nach dem Termin möglichst keinen körperlich sehr fordernden Tag.
  • Behalten Sie den Impfpass, damit die Impfungen dokumentiert werden.

Fazit: Ein Termin kann sinnvoll und ausreichend sein

Grippe- und Coronaimpfung können bei entsprechender Empfehlung in der Regel am selben Tag gegeben werden. Das spart Zeit und kann helfen, den Impfschutz vor der Infektsaison nicht aufzuschieben. Etwas häufigere oder deutlicher spürbare, meist kurzzeitige Impfreaktionen sind möglich, gelten aber nicht als Hinweis auf eine gefährliche Überlastung.

Ob die Kombination für Sie sinnvoll ist, hängt von Alter, Vorerkrankungen, Beruf, Wohnsituation und bisherigen Impfungen oder Infektionen ab. Besonders für Menschen mit erhöhtem Risiko ist es sinnvoll, den Impfschutz rechtzeitig vor dem Winter in der hausärztlichen Praxis oder Apotheke anzusprechen.

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